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Schmutzige Wäsche und saubere Bilder

Zum 50. Mal nutzen Branchenvertreter aus aller Welt die IFA in Berlin als zentrale Plattform für globalen Informationsaustausch und weltweite Geschäfte. IFA heißt eigentlich Internationale Funkausstellung. Doch dieser Begriff ist veraltet und kommt bei den Veranstaltern auch gar nicht mehr vor. Sie haben den Traditionsnamen neu aufgeladen, er steht jetzt für „Die größte Fachmesse für Consumer Electronics und Home Appliances". Seitdem es hier nicht mehr nur um die Braune Ware der Unterhaltungselektronik geht, ist die IFA auch für den Elektro-Großhandel wieder interessanter.
Internationale Experten aus Industrie, Handel, Dienstleistung, Handwerk und Medien sind dabei, wenn die führenden Marken der Unterhaltungselektronik und Elektro-Hausgeräteindustrie auf der IFA ihre neuesten Produkte präsentieren und Innovationen den Markt erobern. Thema ist das „vernetzte Haus".
Bis vor wenigen Jahren galt als einzige Gemeinsamkeit von Weißer Ware und Unterhaltungselektronik eine gewisse optische Ähnlichkeit eines Waschmaschinen-Bullauges mit der Braunschen Röhre. Und manche verstanden darunter gar die inhaltliche Übereinstimmung mancher Fernsehsendungen mit dem Hausgerät, möglichst viel schmutzige Wäsche zu waschen.
Heute sind sich Waschmaschinen und Fernseher in ihrer Art als vernetzte Multimediazentralen auf ganz neuartige Weise ähnlich. Alles scheint technisch machbar, was der Konsument sich vorstellen kann: Beispielsweise auf dem hoch auflösenden Bildschirm im Wohnzimmer die Restlaufzeit der Waschmaschine oder den Stromverbrauch des Wäschetrockners ablesen. In Kombination mit dem so genannten „intelligenten" Stromzähler und variablen Tarifen kann die heimische Technikzentrale den Trockner zu jenem Zeitpunkt starten, an dem der Strom besonders billig ist. Die Optimierung erfolgt automatisch, und die vielen kleinen Einsparungen, die manuell nur ziemlich mühsam erzielt werden könnten, summieren sich übers Jahr zu einer hübschen Summe.
Auf der IFA macht daher die Nachbarschaft von Weißer Ware und Consumer Electronics immer mehr Sinn. Wenn aber alle Möglichkeiten des vernetzten Hauses effizient genutzt werden sollen, sind Insellösungen nicht der richtige Weg. Effizienter und benutzerfreundlicher ist es, alle Funktionen über moderne Installationstechnik zu nutzen. Hier bieten die bewährten Spezialisten aus der Elektrotechnik passende Lösungen für alle Anwendungen. Die vielen elektrischen Helfer im Haus von der Türkommunikation über die Strom- und Wärmeerzeugung bis zur Lichtsteuerung und Sicherheitstechnik wachsen zusammen. Das verschafft den Markpartnern in Handwerk und Handel einen potentiellen Vorteil.
Der Smart Meter kann dazu beitragen, das Interesse der Konsumenten für Elektrotechnik zu wecken. Wenn wir dem Endkunden vermitteln können, dass der Smart Meter nicht nur helfen kann, einige Euro an Strom zu sparen, sondern gleichzeitig Komfortsteigerungen ermöglicht, winken neue Aufträge. Anschaulich wird dies durch das E-Haus 2.0 des Handwerksverbandes ZVEH, das den aktuellen Stand der Technik zeigt. Die 50. IFA bietet der Fachwelt und den Besuchern mehr als je zuvor in dem halben Jahrhundert ihres Bestehens. Wir dürfen gespannt sein.